Herausforderungen bei der Asbestentsorgung

Veröffentlicht: 8. Juni 2026

Wie die Cottbusser Rundschau am 20. Mai 2026 berichtet hat, kommt es in Cottbus zu Schwierigkeiten bei der fachgerechten Entsorgung von Asbest. Eine Kleingärtnerin aus Cottbus wollte Schutt aus DDR-Bauten über Wertstoffhöfe entsorgen und stieß dabei auf verschiedene organisatorische und praktische Hürden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie der krebserregende Abfall korrekt entsorgt werden kann.

Immer wieder wird in Cottbus beobachtet, dass Sperrmüll oder andere Abfälle im öffentlichen Raum abgestellt werden und dort teilweise längere Zeit liegen bleiben. Dies wird von der Bevölkerung kritisch gesehen, da eine ordnungsgemäße Entsorgung nicht immer gegeben sei.

Ausgangspunkt ist ein gepachteter Kleingarten, in dem großer Wert auf Müllvermeidung gelegt wird. Organische Reste werden dort wiederverwertet, etwa durch Kompostierung oder Mulchherstellung.

Problematisch wurde es beim Rückbau eines alten Schuppens, der vom Vorpächter auf dem Grundstück verblieben ist. Das Dach besteht aus asbesthaltigem Material aus DDR-Zeiten, häufig in Form von Wellasbest. Dieses Material musste vor weiteren Arbeiten fachgerecht entsorgt werden.

Der Entsorgungsaufwand erwies sich als erheblich. Es waren mehrere Fahrten zu verschiedenen Wertstoffhöfen erforderlich. Dabei wurden an den einzelnen Standorten unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Informationen zu den Annahmebedingungen gegeben.

Auch die Kommunikation an den Wertstoffhöfen wird als uneinheitlich beschrieben. Angaben zur Verpackung und zu den Annahmebedingungen von Asbestabfällen variierten teilweise zwischen den Standorten, wodurch der Eindruck unterschiedlicher Handhabungen entstand.

Auf Anfrage teilte der Entsorger Alba mit, dass Asbestabfälle in Cottbus grundsätzlich an allen Wertstoffhöfen angenommen werden. Asbest ist verpackt und staubdicht anzuliefern. Das Material darf nicht beschädigt werden, also nicht gesägt, gebrochen oder geschliffen. Eine Entsorgung über den Hausmüll ist nicht zulässig. Der Transport muss sicher verpackt und entsprechend gekennzeichnet erfolgen. Unterschiede bestehen bei der konkreten Annahme vor Ort. An den Standorten Hegelstraße und Lakomaer Chaussee wird nur „handhabbar verpacktes“ Material angenommen, während am Standort Dissenchener Straße als Hauptstandort durch technische Ausstattung auch größere Mengen oder Säcke angenommen werden können. Dort steht ein Gabelstapler für die Entladung zur Verfügung.

Zudem weist Alba darauf hin, dass Anliefernde von Asbest in Cottbus gemeldet sein müssen und der Abfall aus dem Stadtgebiet stammen muss. Für Einwohner ist die Entsorgung über die kommunalen Abfallgebühren abgedeckt. Die entsprechenden Asbestsäcke werden auf den Wertstoffhöfen bereitgestellt und kosten je nach Größe zwischen 2,50 und 20 Euro.

Nach der Annahme wird der Asbestabfall zu spezialisierten Anlagen transportiert und dort fachgerecht entsorgt, wo die sichere Einlagerung auf dafür vorgesehenen Deponien erfolgt.