
Hitzefalle Stadt
Warum Kleingärten für Berlins Klima immer wichtiger werden
Versiegelte und baumlose Flächen in Berlin heizen sich bei sommerlichen Temperaturen extrem auf und werden zunehmend zur Belastung für Mensch und Tier. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, zeigen Messungen der Initiative „Baumentscheid“, dass sogenannte „Stadtglatzen“ bei Lufttemperaturen um 40 Grad Oberflächenwerte von bis zu 62,6 Grad erreichen, etwa am Washingtonplatz. Auch an vielen weiteren zentralen Orten der Stadt wurden Temperaturen zwischen rund 45 und knapp 60 Grad festgestellt. Damit entstehen konkrete Gesundheitsrisiken, etwa durch Verbrennungen bei Hautkontakt, und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sinkt deutlich.
Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative eine konsequente Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes mit mehr Straßenbäumen, Entsiegelung sowie ausreichenden finanziellen und personellen Ressourcen. Zwar hatte sich der Berliner Senat bereits auf einen verstärkten Ausbau des Stadtgrüns verständigt und dafür auch erhebliche Bundesmittel eingeplant, doch kommt die Umsetzung bislang nur schleppend voran.
Im politischen Raum wird die Bedeutung von Grünflächen dabei grundsätzlich anerkannt, insbesondere auch die der Kleingärten. Vertreter mehrerer Parteien betonen ihre wichtige Funktion für das Stadtklima und die Lebensqualität. Berlins Regierender Bürgermeister sprach sich dafür aus, Kleingärten zu sichern und auszubauen, auch auf bislang nicht geschützten Flächen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass neben dem Erhalt bestehender Anlagen auch ergänzende Lösungen wie Urban Gardening oder Dachgärten eine Rolle spielen können, während andere Stimmen die Bedeutung unbebauter Flächen für die Kühlung der Stadt unterstreichen.