
Kleingarten in Berlin gesucht: Warum Geduld die wichtigste Zutat ist
Kleingärten sind Rückzugsorte für die Familie, Wellness-Oasen, Anbaustätten für Obst und Gemüse und zugleich Orte des Miteinanders. Vom ersten Kontakt bis zur Pacht: So gehen Sie am besten vor.
Der erste Kontakt: Der Bezirksverband
Wer in Berlin einen Kleingarten sucht, nimmt zunächst Kontakt zum Bezirksverband der Kleingärtner im gewünschten Bezirk auf. Die Flächen gehören der Kommune oder privaten Eigentümern und werden in Form einzelner Parzellen an die Kleingärtner weiterverpachtet. Wer einen Garten pachten möchte, bewirbt sich deshalb beim Bezirksverband.
Anlagen besichtigen: Anonymität oder Vereinsleben?
Als Nächstes lohnt eine ausführliche Besichtigung einer oder mehrerer Anlagen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Nähe zum Wohnort. Große Anlagen bieten eine gewisse Anonymität, in kleineren ist die Einbindung in die Gemeinschaft meist größer. Ein Vereinshaus haben die meisten Anlagen, häufig gibt es zudem einen gemeinschaftlichen Spielplatz oder andere Einrichtungen für Kinder.
Warten oder gezielt suchen
Nun ist Geduld gefragt, denn nicht immer ist sofort ein Fleckchen Erde verfügbar. Die meisten Vereine führen lange Wartelisten. Nach Angaben des Hauptstadtportals Berlin kann die Wartezeit bis zu zwölf Jahre betragen. Wer schneller zum Ziel kommen möchte, kann sich gezielt nach freien Gärten umsehen, etwa in Kleinanzeigen-Portalen, Tageszeitungen und Gartenzeitschriften oder am Vereinshaus.
Vorstand und Mitgliedschaft
Ist der Wunschgarten gefunden, folgt ein Termin mit dem Vorstand des Kleingärtnervereins. Eine Mitgliedschaft im Verein wird zur Bedingung. Erst wer beigetreten ist, kann einen Garten zur Pacht beantragen. Der Vorstand regelt alles Vertragliche mit dem künftigen Gartennutzer.
Die Ablöse: Was der Vorpächter bekommt
Pflanzen, Laube und alles, was zur Gartenarbeit nötig ist, übernimmt in der Regel der neue Pächter vom Vorgänger. Dafür wird bei einem Pächterwechsel eine Ablöse fällig, die der Bezirksverband individuell ermittelt. Sie hängt vom Wert der Laube und des Bewuchses ab. Das Hauptstadtportal nennt im Schnitt rund 3.000 bis 4.000 Euro. Bei gehobener Ausstattung und wertvoller Bepflanzung können es auch 10.000 Euro oder deutlich mehr sein.
Was der Garten laufend kostet
Danach fallen die laufenden Kosten an: Pacht, Mitgliedsbeitrag und Betriebskosten. Ein Kleingarten in Berlin kostet damit durchschnittlich 700 Euro pro Jahr. Welche weiteren Kosten auf Pächter zukommen, regelt die Satzung des jeweiligen Bezirksverbands.
Freiheit mit Regeln
Wer pachtet, darf sein Reich nach eigenen Vorstellungen gestalten, aber nur im Rahmen des Bundeskleingartengesetzes und der Gartenordnung des Vereins.
Wenn Sie das Thema interessiert, scheuen Sie sich nicht, sich auch als Nicht-Mitglied Tipps beim VDGN einzuholen.